Meldung vom 14.11.2014

Tagung der Arbeitsgemeinschaft Historische Städte beendet

„Eine funktionierende Infrastruktur und gut ausgebaute Radwege sind das neue A und O.“

Stralsund: Die sechs historischen Städte Bamberg, Lübeck, Regensburg, Görlitz, Meißen und Stralsund haben am Freitag die gelungensten Sanierungs- und Neubauobjekte der letzten vier Jahre gekürt.

Dabei handelte es sich um Vorhaben, welche die historischen Altstädte aufwerten und beispielhaft für ein privates oder öffentliches Engagement stehen, begründeten die Oberbürgermeister am Freitag ihre Entscheidung. Die Oberbürgermeister tauschten sich über spezifische Probleme in historischen Altstädten aus, um aus den Erfahrungen der anderen Städte zu lernen.

Für preiswürdig wurde u.a. in Stralsund eine Lückenbebauung zum Sieger des Bauherrenpreises gekürt, in Bamberg ein Fahrradparkhaus, in Görlitz ein Hotel, in Lübeck ein mittelalterlicher Stadtturm und in Regensburg ein Wohn- und Geschäftshaus.

Je drei ost- und drei westdeutsche Städte
Die Arbeitsgemeinschaft Historische Städte beschäftigt sich seit 1973 mit städtebaulichen Herausforderungen in historischen Städten. Die westdeutschen Städte Regensburg, Bamberg und Lübeck wurden nach der Wiedervereinigung durch Stralsund, Meißen und Görlitz ergänzt. Drei mal im Jahr tagen die Vertreter dieser Städte zu verschiedenen Schwerpunktthemen, die vom Tagungsstandort abhängen.

Die Herbsttagung 2014 in Stralsund beschäftigte sich mit folgenden Themen:

  • Fortschreibung Integriertes Stadtentwicklungskonzept ISEK
  • Rahmenplan Dänholm
  • Neubebauung Quartier 33 (vor der Kulturkirche St. Jakobi)
  • Klosteranlagen in Stralsund: Herausforderungen und Perspektiven

"Sehr spannende Arbeiten"
Ermittelt wurden heute (14. November) die Gewinner des Bauherrenpreises der Arbeitsgemeinschaft Historische Städte. Damit wird das Engagement privater Bauherren aus allen sechs Städte der Arbeitsgemeinschaft gewürdigt. Dabei haben die Sanierungen bzw. Neubauten einen modellhaften Charakter.
Der Bauherrenpreis wird alle vier Jahre verliehen. In diesem Jahr zum fünften Mal. Jede der sechs Partnerstädte reicht bis zu drei Vorschläge ein, aus denen dann je ein Gewinner pro Stadt bestimmt wird.
Die Bewerbungen für den Preis können von privaten oder auch kommunalen Investoren eingereicht werden, die mit ihrem Bauprojekt in den letzten vier Jahren entscheidend zur Stärkung des historischen Stadtcharakters beigetragen haben. Das Preisgeld in Höhe von jeweils 1.500 Euro wird dabei an private Investoren ausgezahlt, im Falle eines Gewinners der öffentlichen Hand wird dieser mit einer Plakette geehrt.

„Es liegt in der Natur der Sache, dass alle Bewerber sehr gut sind“, äußert sich Bambergs 3. Bürgermeister, Wolfgang Metzer, zum Auswahlverfahren. Dass es sich um "sehr spannende Arbeiten" handelte, betonte der Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft, Ekkehard Wohlgemuth.
Die Intention dieses Wettbewerbs ist, laut Herrn Dr. Michael Wieler aus Görlitz, die Motivation. "Bauherren sollen dazu ermutigt werden, auch risikoreiche Projekte in der Altstadt in Angriff zu nehmen."

So gingen aus Stralsund für die diesjährige Preisverleihung neun Bewerbungen ein. Der Gewinner aus der Hansestadt ist ein Neubau in der Badstüberstraße. Hier ist es gelungen, auf 38 m² Grundstücksfläche eine Wohnfläche von 100 m² zu bauen.
Die Preisverleihung findet für Stralsund im Rahmen einer 14-tägigen Ausstellung am 27. November um 19 Uhr im Quartier 17 statt.

„Eine funktionierende Infrastruktur und gut ausgebaute Radwege sind das neue A und O.“
„Das schönste an unserer Partnerschaft ist es, dass wir voneinander lernen und von jeder Tagung gute Ideen mitnehmen“, sagt Meißens Oberbürgermeister Olaf Raschke. Er persönlich sei besonders beeindruckt vom Quartier 17 gewesen. Und auch in anderen Belangen sei die Hansestadt Stralsund ein gutes Beispiel, von dem man viel lernen könne.

Während der Tagung war die zunehmende Verstädterung in der Arbeitsgemeinschaft ein großes Thema. Trotz des ernormen Zuzugs in die Innenstädte müsse darauf geachtet werden „so wenig Blech wie möglich“ in die Altstadt zu bringen und deren Atmosphäre nicht in Form von Massen an Autos zu zerstören, da sind sich die Teilnehmer einig.
Eine sich verändernde Wohnstruktur in Form von Alters- und anderen Wohngemeinschaften stellt alle teilnehmenden Städte vor neue Herausforderungen. „Die Anforderungen verändern sich nicht nur im Wohn- sondern auch im Mobilitätsverhalten“, so Senator Franz-Peter Boden aus Lübeck. „Eine funktionierende Infrastruktur und gut ausgebaute Radwege sind das neue A und O.“


Die Gewinner 2014 des Bauherrenpreises der Arbeitsgemeinschaft Historische Städte

Regensburg
Andreasstraße 1 - Wohn- und Geschäftshaus

Bamberg
Fahrradparkhaus
+ zwei weitere private Hauseigentümer

Görlitz
Emmerich Hotel Am Untermarkt

Lübeck
Kaiserturm in der Kaiserstraße

Meißen
Burgstraße 14 Bürgerhaus und
Neugasse 32a - Anbau an Altbau für Arztpraxis

Stralsund
Badstüberstraße 21A - Neubau Wohnhaus