Meldung vom 08.07.2014

"hundertmal Büchsel" im Katharinenkloster

Wohl keine andere Malerin erfreut sich bei den Stralsundern so großer Beliebtheit, wie es bei Elisabeth Büchsel der Fall ist.

Geboren wurde sie am 29. Januar vor 147 Jahren als zweites Kind eines hiesigen Tuchhändlers. Der wohlhabende Status ihres Elternhauses ermöglichte der kleinen Elisabeth Charlotte Helene Emilie eine gute schulische Ausbildung und da man ihr zeichnerisches Talent bereits im Kindesalter erkannte, erfuhr sie hier anfangs auch Förderung durch die Familie. Doch der Besuch einer Zeichen- und Malschule blieb ihr seitens der Eltern verwehrt, und so nahm sie ihr Leben früh selbst in die Hand. Elisabeth Büchsel begann sich zuerst in eigener Regie weiterzubilden, und da ihr Wunsch professionell als Künstlerin zu arbeiten so übergroß war, verfolgt sie diesen für Frauen ihrer Zeit steinigen Weg mit enormer Willensstärke. Privatunterricht, Studienreisen, Geldverdienen um weiter lernen zu können, sie tat alles, für ihre künstlerische Entwicklung. Frühzeitig machte sie sich als eine ausgezeichnete Porträtistin einen Namen.

Heute werden vor allem ihre hinreißenden Kinderbildnisse geliebt. Sie wird nicht nur in Fachkreisen als die Hiddensee-Malerin geschätzt. Und ihr Vermögen Menschen und Landschaft gleichrangig auf die Leinwand zu bannen, begeistert Betrachter ihrer Arbeiten immer wieder aufs Neue. Elisabeth Büchsels Werk ist zutiefst den Menschen, die sie umgaben, zugetan. Sie zeigt die Fischer beim Netze einholen ebenso wie die Bäuerin beim Spinnen oder die Frauen und Kinder beim Warten auf die Rückkehr der Boote von See.

Ihre Porträts sind charakterstark und voller Seele. Was letztlich auch darauf beruht, dass sie das einfache Leben ihrer „Modelle“ teilte. Die Schönheit des „söten Lännekens“ hat sie neben den hier lebenden Menschen ebenso fasziniert. Ihre Landschaftsbilder zeigen die Insel in allen Facetten.

Auch wenn kein runder Geburtstag oder Todestag seine Schatten voraus wirft, dieser großartigen Stralsunder Malerin, die über ihre Geburtsstadt hinaus wirkte, wieder einmal eine Sonderausstellung zu widmen, dazu braucht das Kulturhistorische Museum der Hansestadt keinen besonderen Anlass.

Mit „hundertmal Büchsel“ erfüllen die Museumsmacher mit Sicherheit die Wünsche der vielen Büchsel-VerehrerInnen in und außerhalb der Sundstadt.

Eröffnet wurde die Bilderschau am 13. Juni im Katharinenkloster. Zu sehen ist sie bis zum 26. Oktober.

Impressionen von der Büchsel-Ausstellung (8 Bilder)