Meldung vom 27.06.2014

"Sicherheit trifft Risiko": Spannende Einblicke im Forum Feminarum

In der zweiten Veranstaltung der Forum Feminarum Reihe stellten sich am 25. Juni unter dem Motto „Sicherheit trifft Risiko“ auf dem Feuerwehrgelände der Hansestadt Stralsund zwei Stralsunderinnen vor.

Sie berichteten vor mehr als 20 Interessierten über ihre Arbeit.
Jana Salewski, Sozialpädagogin im geschlossenen Wohnheim „Die Alte Gärtnerei“ der HESTIA Pflege- und Heimeinrichtung GmbH gab einen Einblick über den Alltag in der Einrichtung, in der überwiegend psychisch Erkrankte bzw. Betroffene von Schizophrenie, Borderline-Persönlichkeitsstörung, Suchtverhalten usw. aufgenommen werden. Die Erkrankten zwischen 20 und 65 Jahren verweilen hier ein bis zwei Jahre mit dem Ziel der Re-Integration in eine offene Wohnvariante. Krankenpfleger/innen, Altenpfleger/innen, Heilerzieher/innen, hauswirtschaftliche Mitarbeiter/innen, Sozialpädagogen tragen für die 1:1-Betreuung die Verantwortung. Darüber hinaus gibt es zwei Deeskalationstrainer und in regelmäßigen Abständen finden Supervisionen und Gruppengespräche unter den Beschäftigten statt. Jana Salewski zog die Bilanz, dass es in den letzten acht Jahren drei Brandstiftungen in der Einrichtung gab und leitete somit den Übergang zum Part „Sicherheit“ ein.

Astrid Meier gehört seit der Kreisgebietsreform zum feuerwehrtechnischen Führungsdienst der Berufsfeuerwehr Stralsund. Ursprünglich OP-Schwester, bewarb sie sich als Rettungsassistentin und kam so zur Berufsfeuerwehr Stralsund. Dies ermöglichte ihr, Berufs- und Privatleben besser vereinbaren zu können. 15 Jahre lang arbeitete Astrid Meier in der Leitstelle, darunter zehn Jahre als Leiterin. Um sich beruflich weiterzuentwickeln, absolvierte sie einen Aufbaulehrgang an der Feuerwehrakademie in Hamburg. Allein unter zahlreichen männlichen Mitstreitern kämpfte sie sich durch den Lehrgang. Aufgrund der Kreisgebietsreform 2011 wurden Leitstelle und Berufsfeuerwehr getrennt. Von ehemals 100 Feuerwehrbeamten gehören nun noch 55 der Berufsfeuerwehr Stralsund an. Stellenabbau und fehlende Nachwuchskräfte seien zwar problematisch, "die Sicherheit der Stralsunder Bürgerinnen und Bürger aber ist gegeben", so die Feuerwehrfrau.
Im Anschluss an die Veranstaltung gab es die Gelegenheit, an einer Führung durch das Betriebsgelände der Feuerwehr teilzunehmen.
Es war eine gelungene Veranstaltung mit vielen Fragen, Diskussionen und Anregungen.

In der nächsten Forum Feminarum - Runde, voraussichtlich im September, heißt es dann: „Galerie trifft Handwerk“.

Foto: Hansestadt Stralsund, Sarah Cornils
Jana Salewski und Astrid Meier (v.l.n.r.) im Gespräch mit den Teilnehmerinnen