Meldung vom 13.03.2014

"Sta(tt)dt gestalten"

Illegale Graffiti sind leider auch im Stadtbild der Hansestadt Stralsund in verschiedensten Arten sichtbar. Schriftzüge, Namenskürzel (so genannte Tags) und Bilder breiten sich an Häuserfassaden privater und öffentlicher Gebäude aus. Diese illegalen Graffiti werden von der Mehrheit der Bürger und Bürgerinnen Stralsunds als eine Störung erlebt. Sie stellen auch ein bundesweites Problem dar. Oft schon wurden in der Vergangenheit Maßnahmen ergriffen, jedoch konnte eine vollständige Beseitigung nicht erreicht werden. Dennoch, diese Sachbeschädigungen sollten verfolgt werden.

Was für die Einen Ausdruck spontaner Jugendkultur ist, ist für andere ein kostspieliges Ärgernis. Es entstehen für Immobilienbesitzer hohe Kosten für die Reinigung der verschmutzten Fassaden, häufig müssen Steuergelder aufgewendet werden, wenn öffentliche Gebäude betroffen sind.

Der Kommunale Präventionsrat der Hansestadt Stralsund in Zusammenarbeit mit der Polizeiinspektion Stralsund, der Staatsanwaltschaft Stralsund, dem Stadtmarketingverein Stralsund e.V., der Maler- und Lackierer-Innung Nordvorpommern-Stralsund und dem Verein zur Förderung der Kriminalitätsprävention Stralsund e.V. möchte die

  • Öffentlichkeitsarbeit verbessern,
  • die Aufklärung über Graffiti und die strafrechtlichen Folgen von illegalem Graffiti intensivieren,
  • den repressiven Druck auf Täter verstärken und
  • zu einer möglichst umgehenden Beseitigung von Schmierereien ermutigen.

Zielsetzung ist, jede Verschmutzung durch illegales Graffiti zur Anzeige zu bringen. 

Mit der Präventionsarbeit müssen vor allem die Strafbarkeit sowie die möglichen rechtlichen Folgen und finanziellen Konsequenzen illegaler Graffiti dargelegt werden. Den Jugendlichen muss vermittelt werden, dass illegale Graffiti nicht toleriert werden und ihr Tun Sanktionen zur Folge hat.

Für das Tätigwerden der Polizei ist es notwendig, dass Geschädigte die durch Sprayer verursachten Schäden anzeigen und Strafanträge stellen.


INFO Graffiti

Als Graffiti werden Bilder, Buchstaben oder Symbole bezeichnet, die mittels Sprühdose, Faserschreiber oder durch Kratzen mit entsprechenden Werkzeugen auf geeignete Flächen gesprüht, gemalt oder gekratzt werden. 

Das Anliegen der jugendlichen Graffiti-Sprayer, ist es, sich mit ihren Bildern in der Öffentlichkeit darzustellen. Die Werke sollen von möglichst vielen Menschen wahrgenommen werden. Deshalb werden vor allem großflächige, gut einsehbare Flächen besprüht (Häuserwände, Eisenbahnwaggons, Werbetafeln, Tunnelunterführungen, Brücken usw.). Den Sprayern geht es um Aufmerksamkeit, Anerkennung und Ruhm (fame). Nicht wenige suchen Abenteuerlust oder den nötigen "Kick", das Gefühl von Gefahr, den Reiz des Verbotenen. Für einige entwickelt sich das Sprayen zur Sucht, für andere ist es eine Ausdrucksform des Protestes gegen die gesellschaftliche Realität.

Illegale Graffiti sind zumeist ein entwicklungsbedingtes Phänomen. Sie widerspiegeln ein mangelhaft ausgeprägtes Unrechtbewusstsein, dass das Ausleben eigener Vorstellungen und Wünsche und die Befriedigung eigener Bedürfnisse voranstellt und sich über gesellschaftliche Normen und Werte hinwegsetzt.

 

Beispiele für illegale Graffiti (6 Bilder)